Ukrainehilfe2022-07-22T08:01:20+02:00
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Juli: Verein startet zweite Spendensammlung mit Spremberger Schulen

Derzeit starten wir in Kooperation mit dem Lausitzer Haus des Lernens, der BOS Spremberg und dem Erwin-Strittmatter-Gymnasium den nächsten Anlauf für humanitäre Hilfe im Kriegsgebiet: Am 5. September fährt der Verein einen zweitem Konvoi aus Spremberg an die polnisch-ukrainische Grenze fahren, um dringend benötigte Nahrung und Waren des täglichen Bedarfs zu übergeben. Bis zum 31. August können dafür Spenden abgegeben werden.

Hilferuf aus ukrainischer Kleinstadt

Zuletzt sind im Ukraine-Hilfsnetzwerk der Stadt Spremberg Hilfegesuche aus ukrainischen Städten und Dörfern eingegangen, die so weit im Landesinneren – und damit im gefährlichen Frontgebiet liegen – das keiner der vielen Spendentransporte sie je erreicht hat. Im konkreten Fall kam der Notschrei aus Meschowa (ukrainisch Межова; russisch Межевая Meschewaja), eine Siedlung weit im Osten des Landes. Das Albert-Schweitzer-Familienwerk Brandenburg stellt sicher, dass die Spenden genau an diesem Ort ankommen werden. Dafür wird der Verein eine ukrainische Speditionsfirma beauftragen, welche die Wagenladungen von der Grenze direkt in die Dörfer transportiert.

Was gebraucht wird: 

  • Bettwäsche, Laken, Handtücher, Schlafsäcke
  • Einlagen für Frauen, Windelhosen für Erwachsene, Pampers ab Größe 4, Wickelunterlagen
  • Waschpulver, Shampoo, Flüssigseife, Feuchttücher, Zahnpasta, Zahnbürsten
  • Sommer- und Winterkleidung für Frauen und ältere Menschen (alle Geschlechter), Sommer- und Winterschuhe für Frauen (Größe 38-43), Sommer- und Winterschuhe für ältere Herren (Größe 40-44)
  • Kindersachen für Sommer und Winter sowie Kinderschuhe
  • Tee, Kaffee, Wasser sowie haltbare Lebensmittel wie Nudeln, Reis und Konserven

Die Spenden können abgegeben werden vom 04.07. – 31.08. in der Tafel Spremberg | Gartenstraße 9 (Eingang über Kesselstraße)
Montag bis Freitag 7.30 bis 15 Uhr | Telefon 03563 989 66 26 sowie in den teilnehmenden Schulen.

„Nach einer überwältigenden Anteilnahme während der ersten Spendenaktion hoffen wir, dass wir auch dieses Mal den gewaltbetroffenen Menschen so viel Gutes wie möglich zukommen lassen können. Sie müssen bereits seit fast sechs Monaten in einer unvorstellbar schlechten Versorgungslage leben. Der Krieg geht leider weiter – und damit muss auch unsere Unterstützung weitergehen, selbst wenn das Thema wieder langsam von den Titelblättern verschwindet.“

Geschäftsführerin Kerstin Nowka
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März: Schicksalsfahrt in die Sicherheit

Manche Reisen verändern das Leben. Vier Spremberger Schulen schließen sich unter Koordination des Familienwerks Brandenburg zusammen und sammeln Hilfsgüter für die Menschen der Ukraine. Die Spenden übergeben Mitarbeitende persönlich direkt am Rand des Krisengebiets übergeben. Auf dem Rückweg können sie 28 Menschen in Sicherheit bringen.

Vier Wagenladung voll Solidarität

Am 17. März starten 4 Transporter und ein LKW des Familienwerks Brandenburg in Richtung Korczowa – ein kleines Dorf, nur wenige Kilometer von der ukrainisch-polnischen Grenze entfernt. Im Laderaum hatten sie Nahrung, Kleidung und Waren des täglichen Bedarfs, die Schulen, Privatpersonen und Unternehmen zusammengetragen haben. Besonders toll: Neben den Sachspenden sind Zuwendungen in Höhe von 2000 Euro eingegangen, von denen der Verein Medikamente sowie OP- und Verbandsmaterialien konnte – Dinge, die im Moment am meisten gebraucht, da in weiten Teilen die medizinische Versorgung gefährdet ist.

28 Ukrainerinnen und Ukrainer in Gastfamilien untergebracht

Sortiert, gepackt und verladen haben die Schülerinnen und Schüler die große Fracht selbst. Hinter den Steuern des Hilfskonvois saßen die Mitarbeitenden, die ihre Wagenladungen voll Solidarität vor Ort an eine ukrainische Hilfsorganisation übergeben. Auf der Rücktour blieben sie jedoch nicht allein: 28 ukrainische Frauen, Kinder, Jugendliche, Ältere und Kranke haben sich mit ihnen auf den Weg nach Spremberg gemacht – eine Schicksalsfahrt in die Sicherheit. Fast alle von ihnen konnten dank vorheriger Koordination sofort in hiesige Familien untergebracht werden.

„Unter dem Eindruck des Kriegsausbruchs haben wir besonders unsere Kinder als ausgesprochen betroffen erlebt. Die Ereignisse beschäftigen sie stark und sie hatten das Bedürfnis, zu helfen. Den Schulen fehlte jedoch die Logistik, um einen Spendentransport zu stemmen. Wir wollten ihnen die Möglichkeit geben, aktiv zu werden und nicht nur ohnmächtig zuzuschauen und haben kurzerhand Sammelstellen eingerichtet. Die Welle der Hilfsbereitschaft, die uns entgegengeschlagen ist, hat uns umgehauen. So etwas habe ich während 30 Berufsjahren in der sozialen Arbeit in dieser Form selten erlebt. Obwohl im Umkreis gerade unzählige andere Aktionen laufen, konnten wir eine unglaubliche Menge an Hilfsgütern an die Grenze bringen.“

Geschäftsführer Kai Noack

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Hilfe für Geflüchtete endet nicht an der Landesgrenze

Als wir im März 28 Menschen aus der Ukraine auf dem Rückweg des Spendentransports mit nach Spremberg brachten, konnten wir glücklicherweise durch vorherige Absprachen alle von ihnen ins Gastfamilien unterbringen statt in Auffanglagern. Doch sobald die (über-) lebenswichtigen Dinge geregelt sind, muss das nächste Ziel lauten: wohlfühlen, Lebensqualität zurückgewinnen.

Mehrere Kinder, die aus der Ukraine herkamen, besuchen inzwischen unser Lausitzer Haus des Lernens und lernen mehrmals in der Woche in DaZ-Stunden (Deutsch als Zweitsprache), wie sie sich auf Deutsch verständigen. Die Mitarbeitenden der Frühförderung, des Familientreffs und Jugendtreffs des Vereins wiederum betreuen die Kinder, während die Eltern Sprachkurse absolvieren, die im Albert-Schweitzer-Haus stattfinden.

Unsere pädagogischen Teams sind bemüht, ihnen Momente der Unbeschwertheit und des Willkommenseins zu schenken: Ob bei einem gemeinsamen Tierparkbesuch, Ferienausflüge oder das mit dem Organisieren eines kostenfreien Routers, mit denen die Familien den so wichtigen Kontakt in ihre Heimat halten können.

Besonders Kinder und Jugendliche brauchen das Gefühl des Aufgenommenwerdens und müssen so schnell wie möglich ankommen dürfen. Wir müssen für sie Gelegenheiten schaffen, wie sie nicht nur mit Gleichaltrigen aus ihrer Heimat, sondern auch hier wohnenden Familien in Kontakt kommen und Freundschaften schließen können. Flüchtlingshilfe und Empathie darf nicht an der Landesgrenze enden! Wir erleben so viel Dankbarkeit für jede Starthilfe in ihr neues Leben – ein Leben, das sie nicht freiwillig gewählt haben, in dem sie aber nun ein Zuhause finden müssen.

Ein bisschen Normalität in schweren Zeiten: Sommerferien brauchen schöne Erlebnisse – wie hier beim Tierparkbesuch in Cottbus

Wichtig, um Verbindung zu halten: Für die Neuankömmlinge konnte ein Spender gefunden werden, der WLAN-Router für ein Jahr kostenfrei zur Verfügung stellt.

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