1. Sind Albert-Schweitzer-Kinderdörfer abgeschlossene, autarke Dorfeinheiten?

Nein, zu den Albert-Schweitzer-Kinderdörfern zählen beispielsweise auch Kinderdorffamilien, die in Ortschaften weit weg von der Kinderdorfleitung leben. Die Albert-Schweitzer-Kinderdörfer und -Familienwerke sind keine „sozialen Ghettos“. Sie pflegen enge Kontakte zu ihrer Nachbarschaft. Die Kinder besuchen öffentliche Kindergärten und Schulen in der Umgebung. Eltern und Kinder engagieren sich häufig in Vereinen und in der Gemeinde. So entstehen lebendige Netzwerke, in denen alte und junge, kranke und gesunde Menschen die Chance haben, fair, freundlich und zufrieden miteinander zu leben.

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2. Arbeiten die Paare ehrenamtlich?

In der Regel wird ein Kinderdorfelternteil fest in Vollzeit angestellt. Der andere Partner geht außerhalb des Kinderdorfs seinem Beruf nach und wirkt ehrenamtlich mit.

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3. Managen die Kinderdorfeltern alles alleine?

Albert-Schweitzer-Kinderdorffamilien leben weitgehend autonom und werden von Erzieherinnen und Hauswirtschaftskräften unterstützt. Gleichzeitig sind die Kinderdorfeltern in ein Fachteam von Psychologen und Therapeuten eingebunden. Supervision und Fortbildung sind selbstverständlich. Die Kinderdorfeltern arbeiten zudem mit unterschiedlichen Institutionen und Ämtern zusammen. Genauso wichtig ist die Zusammenarbeit mit den leiblichen Eltern der betreuten Kinder.

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4. Wie lange bleiben die betreuten Kinder bei den Kinderdorfeltern?

Das ist unterschiedlich. Meist werden den Familien vom Jugendamt Kinder oder Geschwistergruppen im Alter zwischen acht und dreizehn Jahren zugewiesen. Ziel ist nach Möglichkeit eine Rückführung der Kinder zu den leiblichen Eltern. Deshalb suchen die Kinderdorfeltern eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Herkunftsfamilien. Auch wenn eine Rückführung nicht gelingt, ist der Kontakt der betreuten Kinder und Jugendlichen zu ihren eigenen Eltern sehr wichtig. Die Betreuung und Fürsorge der Kinderdorfeltern währen häufig viele Jahre, auch bis ins Erwachsenenalter und darüber hinaus.

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5. Erziehen Kinderdorfeltern anders?

Besonders wichtig ist für die Kinderdorfeltern die individuelle Förderung und Akzeptanz der Selbstständigkeit sowie Autonomie der betreuten Kinder und Jugendlichen. Über die Nähe und Kontinuität im Familienleben lernen sie wieder Vertrauen in sich und ihre Umwelt aufzubauen. Wegen der Verhaltensauffälligkeiten und Störungen der Kinder und Jugendlichen leisten Kinderdorfeltern heute zunehmend heilpädagogische Arbeit. Die Qualität dieser Arbeit wird durch professionelle Hilfeplanung gesichert.

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6. Haben wir Kontakt zu den Eltern der betreuten Kinder?

Ja, der Kontakt der Kinder und Jugendlichen zu ihren Herkunftsfamilien ist sehr wichtig und wird – wo es möglich ist – erhalten oder neu aufgebaut. Sie arbeiten daher mit den Familienangehörigen Ihrer Kinderdorfkinder zusammen. Das ist nicht immer einfach, aber für die Entwicklung der Kinder unerlässlich. Stabilisiert sich die Situation in der Herkunftsfamilie werden die Kinder auch dahin wieder zurückgeführt.

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7. Woher kommt das Geld für die Arbeit?

Die Albert-Schweitzer-Familienwerke und -Kinderdörfer sind wirtschaftlich weitgehend autonom und bekommen für die Betreuung der Kinder jeweils den offiziellen Pflegesatz von den Kommunen. Um optimale Betreuungs- und Lebensbedingungen sowie nötige ergänzende Angebote zu schaffen und zu erhalten, sind die Einrichtungen auf Spenden angewiesen.

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8. Warum ist es so schwer, neue Kinderdorfeltern zu finden?

Soziale Berufe haben noch nicht den ihnen zustehenden Stellenwert in unserer Gesellschaft. Zudem herrscht akuter Fachkräftemangel für diese besonders schönen, aber auch nicht einfachen Aufgaben. Dabei sind Erzieherinnen nach den Lehrerinnen die zahlenmäßig größte Berufsgruppe des gesamten Bildungs-, Sozial- und Erziehungswesens. Leider weiß die Öffentlichkeit bisher auch viel zu wenig über die Albert-Schweitzer-Familienwerke und -Kinderdörfer und den Beruf der Kinderdorfeltern als ideale Form, Beruf und Familienleben sinnvoll miteinander zu verknüpfen.

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9. Gibt es überhaupt Urlaub?

Ja. Sie haben Anspruch auf Freizeit und geregelten Urlaub. Je nach Familiengröße unterstützen ErzieherInnen und eine Haushaltshilfe Sie im Familienalltag.

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10. Bekommen wir Rat und Hilfe?

Als Kinderdorfeltern sind Sie in ein sozialpädagogisches Fachteam eingebunden. Supervision und Fortbildung sind selbstverständlich. Interne und externe Psychologen und Therapeuten unterstützen die Arbeit. Sie arbeiten mit Institutionen und Ämtern zusammen.

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11. Wo gehen die Kinder zur Schule?

Die von Ihnen betreuten Kinder besuchen öffentliche Schulen und andere Einrichtungen in der Umgebung.

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12. Werden unsere eigenen Kinder das alles verkraften?

Erfahrungsgemäß wägen Paare den Schritt zum Kinderdorfeltern-Beruf sorgfältig ab. Dazu gehört auch, dass sie sich erst dafür entscheiden, wenn sie glauben, dass ihre Kinder mit der neuen Familie zurechtkommen. Sehr wichtig ist, dass Ihre Kinder – falls sie dazu alt genug sind – der Vergrößerung der Familie zustimmen. Schließlich erfordert das Zusammenleben in der neuen Familie von allen großen Einsatz.

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Kontakt

Albert-Schweitzer-Familienwerk
Brandenburg e.V.

Bergstraße 18
03130 Spremberg

T 03563 34 88 500
F 03563 34 88 521

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